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RUNDschreiben.
Hier finden Sie eine Auswahl der bisherigen RUNDschreiben. in chronologischer Reihenfolge rückwärts.
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RUNDschreiben. 1-2010
Willkommen zu einem Werkzeug zur Vorbereitung und neuen Seminarterminen!
Mit der TAZZ-Formel können Sie sich für jeden Auftritt gut vorbereiten. Ob es um ein privates Gespräch, eine Bewerbung, ein Meeting oder eine Präsentation geht. Die vier Buchstaben stehen für Thema, Anlass, Zielgruppe und Ziel. Gehen Sie diese Themen vorab durch und beantworten Sie folgende Fragen mit je einem Stichwort. Dadurch klären Sie Vorgaben und Ziel, wählen die Werkzeuge und persönliche Verhaltensweisen aus. Sie legen den entsprechen Hebel im Kopf um und norden sich effektiv auf Ihr Gegenüber und Ihr Vorhaben ein.
Thema
Wie lautet Ihr (Vortrags-) Thema?
Dauer?
Medium?
Anlass
Art der Veranstaltung?
Wo?
Zielgruppe
Wer, Status, wie viele?
Stimmung? Mit welcher Erwartungshaltung?
Ziel
Definieren Sie Ihre Rolle.
Was ist Ihre Motivation? Nennen Sie ihr Ziel.
Mit welchen rhetorischen Mitteln wollen Sie es erreichen?
Welche Emotionen wollen Sie in sich aktivieren, um Ihr Vorhaben zu erreichen?
Was soll „auf Ihrer Stirn stehen“? Was wollen Sie ausstrahlen?
In meinen Seminaren arbeite ich mit der TAZZ-Formel. Zusätzlich erhalten Sie praktische Anregungen zu Stimme und Körpersprache.
Ich freue mich darauf, Sie zu sehen!
Für Ihren nächsten Auftritt wünsche ich Ihnen Motivation, Ausdruckskraft und Freude.
Herzliche Grüße
Arndt Schwichtenberg
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RUNDschreiben.
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September 2009
Das Duell Langeweile gegen Rhetorik
Das „Große Duell“ war für mich keins und hieß auch nicht Steinmeier gegen Merkel, sondern politische Worthülsen gegen den spannenden, lebhaften Gebrauch von Rhetorik.
Im Nachschlag bei Anne Will haben es Günther Jauch und vor allem Claus Peymann auf den Punkt gebracht: „Ich habe so kleine Augen, ich wäre fast eingeschlafen. Die Kanzlerin und Ihr Herausforderer wirkten wie geklont, auswendig gelernt, beide sind in der Rollenbesetzung durchgefallen, die bringen’s nicht über die Rampe.“
Alles, was moderne Rhetorik ausmacht, ließ zu wünschen übrig.
Wirkung ist alles
Sehen wir uns die drei Wirkweisen der Kandidaten im Detail an: Wir wirken mit einem Anteil von rund 50% Körpersprache, 40% Stimme und 10% Inhalt auf unser Publikum.
Inhalt
Der geringste Wirkfaktor mit Elementen wie Aussage, Wortwahl, Argumentation, Satzbau wird nach wie vor in TV und Politik als allerhöchstes Gut eingeschätzt. Dementsprechend verhalten sich die Beteiligten Merkel, Steinmeier und auch später Stoiber und Woworeit. Es wird verbalisiert, argumentiert, bewertet und analysiert. Das ist die Inhalts-, Logik-, Denk- und Kopfabteilung.
„Behalt einen kühlen Kopf“ sagt der Volksmund, damit klare, bedachte (keine leidenschaftlich überhitzten) Entscheidungen gefällt werden.
Das ist in unserer zivilisierten Lebensform angemessen und hilfreich. Nur wird es überbewertet. Herz, Bauch, Intuition, Freude und Lebenslust fallen hier sichtbar unter den Tisch. Zugunsten einer Veranstaltung von zurückhaltenden, unmutigen Spitzenpolitikern der großen Volksparteien, die nichts riskieren, um nichts zu verlieren.
Inhaltlich haben beide nicht Neues geliefert. Pluspunkte: Sprachlich gefeilt, klar strukturiert, Satzbau und Wortwahl angemessen für die Zielgruppe, langsam und leidlich deutlich gesprochen.
Nur Steinmeier hat einen Souveränitätspunkt erzielt, indem er bei den Unterbrechungen der forschen Moderatoren einfach weiter geredet hat. Während Merkel mehrfach bat, doch aussprechen zu können. Das wirkte bemüht.
Stimme
Zweites Kriterium mit rund 40% Wirkung: die Stimme. Hier können wir Elemente nutzen wie Stimmstabilität, Farbe, Charakter, Klang, Sprachmelodie und Lage sowie Nutzung der Sprechwerkzeuge Lippen, Zähne und Zunge.
Steinmeier hat einen leichten S-Fehler (d.h. er lispelt leicht) und bekommt Lippen und Zähne nicht auseinander. Das wirkt klein, tendenziell genuschelt, nicht souverän und energiereich. Wortwörtlich ist er selbst und sein Mund wenig bewegt. (Effektiv und erfolgreich eingesetzt wurde dies von Illner, Will und Jauch, alles Moderatoren und Showmenschen! Sie transportieren Lebendigkeit und Freude. Warum schneidet man sich hier keine Scheibe ab?) Er hat eine ruhige, klare, volle Stimme in mittlerer Lage. Jenes wirkt souverän.
Auch Merkel bewegt den Mund wenig und hält die Zähne zusammen. Ihre Sprachmelodie auch beim Schlusswort war monoton und geleiert, da auswendig gelernt und schon hundertmal heruntergebetet. Im Zusammenhang mit Ihren Worthülsen ist das Langeweile pur. So eine Verhaltensweise bewegt keinen Wähler und Bürger, weil sie selbst von den Themen und in der Folge ihre Stimme leider auch nicht bewegt wirkt!
Achtung, erster Werbeblock
Frau Merkel, legen Sie mehr sauberen, klaren Klang in Ihre Stimme, begeistern Sie sich für das, was sie tun. Dann erklingt auch eine variationsreiche Melodie, verschiedene Stimmfarben für verschiedene Themen. Und bitte sprechen Sie melodiös stringenter auf den Punkt am Satzende. Herr Steinmeier, sprechen Sie deutlich und machen Sie den Mund auf. Das transportiert Leidenschaft und Souveränität. Ich zeige Ihnen gerne wie es geht!
Liebe Leserinnen und Leser, kommen Sie gemeinsam mit Angie und Steini in mein Seminar oder Einzelcoaching. Bei mir können Sie in lebendiger und humorvoller Art üben und arbeiten. Sie werden motiviert zu Intuition, Energie, Mut und effektiver Nutzung der drei Wirkungsweisen Haltung, Sprache und Aussage. Geben Sie mir Ihre Stimme, ich gebe Ihnen mein Wort.
Non-verbale Kommunikation
Psychologisch und optisch wichtigster Wirkfaktor: Die Körpersprache.
Bei Beiden, dank eingeübtem Verhalten, fester, ruhiger, offener Stand und Gestik, leider wenig zu sehen wegen der Pulte und des Bildausschnitts.
Das Gesicht
Am aussagekräftigsten: das Gesicht, unsere Mimik mit Mund, Lippen, Zähnen, Kopfhaltung, Augen, Brauen und Stirn.
Das Einzige, was sich bei den beiden Kandidaten ein bisschen in 95% der Zeit bewegt ist der Mund. Zwei, drei mal kurz lächeln in 90 Minuten. Aber nicht aus Freude, sondern aus Ironie oder Hilflosigkeit, ob der Worthülsen des Gegners.
Von Freude an der Arbeit, den anwesenden Menschen oder den eigenen Themen keine Spur. Keine erhobene Stimmung, Stimme, fast kein Lächeln oder Lachen. Ernste, müde, graue Gesichter. Wie sich Steinmeier und Merkel ansehen, wenn sie mal beide gleichzeitig im Bild sind, ist ein Phänomen… buh!
Das für mich Aufschlussreichste ist das Unbewegte der Politiker. Zu 95 % der gesamten Interviewzeit verändern sich nicht: Die Größe des Augenaufschlags, die Brauen und die Stirn. Fast keine Bewegung, kein Leben, zum Einschlafen.
Die Augen
Was sagt mir die Mimik, Augengröße (Ober- und Unterlid), Brauen und Stirn. Es herrscht wahlweise leblose Trägheit oder starre Unbewegtheit, keine Bildungskraft, fast keine Emotion. Die Akteure sind nicht bewegt von dem, was sie vorgeben zu leben. Das Einzige, was sich ein wenig bewegt ist der Mund. Was diese zwei Menschen bewegen sind Worte und deren Hülsen. Weder Herz, Leidenschaft noch Bauch.
Es wird alles über das gesprochene Wort transportiert und somit nur der Intellekt beim Zuschauer angesprochen. Das kann nicht funktionieren. Die Sprecher bedienen sich hauptsächlich des am geringsten wirkungsvollen Kanals.
Es ist ein bekanntes Klischee: wortwörtlich Lippenbekenntnisse.
Fazit
Meine Empfehlung zur Identifikation: Fragen stellen: Was bewegt mich wirklich? Was erlebe und lebe ich wirklich? Was macht mir Freude, was möchte ich bewegen?
Inhaltlich wurde Bekanntes lau aufgewärmt.
Mehr Mut für unbequeme politische, soziale, ökologische und menschliche Themen. Persönliche Beispiele, Humor? Fehlanzeige.
Stimme: Mund auf, Zähne zeigen, Kraft, Klarheit und Lebendigkeit in den Klang und die Melodie.
Körpersprache: Extremitäten und Gestik offen, stabil, weil einstudiert. Nur die Lippen bekennen Aktion. Mehr Mut für individuelle Auftritte, Energie und Begeisterung.
Machen Sie es auf Ihre Weise. Machen Sie es anders.
Gestalten Sie Ihren Auftritt beherzt und vital!
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg dabei!
Arndt Schwichtenberg
Herzliche Einladung zu meinen nächsten drei Veranstaltungen:
Kostenlose Probestunde "Rhetorikmodul Stimmtraining"
(öffentlich, in der Gruppe)
Di. 29.9.2009, 17.00-18.00 Uhr, Anmeldeschluss: 22.9.2009
Trainer: Arndt Schwichtenberg, Stimm- und Rhetoriktrainer
Ort: Kursraum Hannover Zoo-Viertel (Adr. wird bekannt gegeben)
"Rhetorikmodul Stimmtraining" für Einsteiger
kommunikativ - souverän - authentisch
Fr. 6.11.2009, 18.00 – 21.00 Uhr, Sa. 7.11.2009, 11.00 – 18.00 Uhr
Anmeldeschluss: 16.10.2009, 99,- € (inkl. MwSt.)
Trainer: Arndt Schwichtenberg, Stimm- und Rhetoriktrainer
Ort: Kursraum Hannover Zoo-Viertel (Adr. wird bekannt gegeben)
"Theater der leeren Hände" - Emotion Stimme Körper Improvisation
schau - spiel - lernen für Einsteiger
Fr. 27.11.2009, 18.00 – 21.00 Uhr, Sa. 28.11.2009, 11.00 – 18.00 Uhr
Anmeldeschluss: 6.11.2009, 99,- € (inkl. MwSt.)
Trainer: Arndt Schwichtenberg, Schauspieler, Regisseur, Stimmtrainer
Ort: Kursraum Hannover Zoo-Viertel (Adr. wird bekannt gegeben)
Anmeldung und Information unter Tel 0511 / 9994000 oder www.Schwichtenberg-Coaching.de
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RUNDschreiben.
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Mai 2009
Was steht auf Ihrer Stirn?
Fragen Sie sich manchmal, ob unsichtbar auf Ihrer Stirn steht: „Erzähl mir dein Leben!“, „Lass deinen Ärger an mir aus.“ oder „Ich bin die Auskunft!“
Woher kommt das? Da steht doch gar nichts??! Wieso behandeln uns Menschen, wie sie es tun? Warum gibt es „gute“ und „schlechte“ Tage, obwohl ich eigentlich nur gute will? Eine Veranstaltung läuft erfolgreich; eine andere, obwohl scheinbar ebenso perfekt vorbereitet, ist frustrierend. Weshalb?
Ich behaupte: Es steht immer etwas auf unserer Stirn. Nennen Sie es Ausstrahlung, Einstellung oder Motivation. Wir formen diese Sätze selber. Dann können es Denkmuster, Schlagsätze, Mottoworte, Affirmationen , Autosuggestionen oder selbsterfüllende Prophezeihungen sein. Der Volksmund sagt: „Wes Geistes Kind bist Du?“, „Man schreibt etwas auf seine Fahnen…“ oder „Wie es in den Wald ruft…“ usw.
Wir haben immer eine innere Einstellung. Ob wir wollen oder nicht. Wir können uns mehr und mehr entscheiden diese Einstellung wahrzunehmen. Und wir können uns mit dieser gesteigerten Selbstwahrnehmung bewusst entscheiden diese Einstellung zu gestalten.
Im Alltag
Was denken Sie zum Beispiel am Beginn eines Tages? Denken Sie da überhaupt etwas? Denken Sie „in Hektik“ oder Negatives? Sie können Ihre Gedanken und innere Haltung bewusst gestalten. Im organisatorischen Bereich ist uns das selbstverständlich. („Heute erledigen: erstens, zweitens, drittens…!“) Tun Sie dies auch im emotionalen Bereich.
Was denken Sie im Vorfeld über eine menschliche Begegnung oder eine Veranstaltung? Sind Sie ein Rädchen, das „in der Maschine“ gedreht wird, oder ein „Opfer der Umstände“?
Oder bringen Sie Ihre persönlichen Wünsche aktiv ein?
Klassiker der Selbstbehinderung: „Am liebsten hätte ich das Ganze schon schnell hinter mich gebracht.“ „ Nachher treffe ich wieder diesen anstrengenden Kollegen.“
Hilfreich für Sie – oder nicht?
Wenn Sie „schlecht drauf“ sind am Beginn eines Tages, hat der Tag große Chancen schlecht drauf zu werden. Der Tag möchte Ihnen beweisen, dass Sie Recht haben. (Lassen Sie diesen – vielleicht provokativen – Gedanken zumindest einmal zu und prüfen Sie ihn!)
Denken Sie morgens „irgendwas“ oder „gar nichts“? Dann hat die Begegnung mit den Kunden große Chancen irgendwie oder gar nicht zu werden!
Sagen Sie sich allerdings: Ich möchte, dass dies ein anspruchsvoller, menschlicher, fruchtbarer Tag wird! wird sich ein Weg der Möglichkeiten auftun. Sie können Lösungen finden und treffen kreative Menschen. Der Tag erhält jetzt die Möglichkeit sich von seiner besten Seite zu zeigen und die Menschen, die Sie sehen, lesen auf Ihrer Stirn: Bitte erfolgreiche Verhandlungsgespräche führen.
Handlungsprüfung und Handlungsänderung
Prüfen Sie bitte die Behauptung: Das was auf Ihrer Stirn steht – nämlich Ihre innere Einstellung – haben Sie selbst hervorgebracht. Keine Umstände, keine Kollegen, keine Beziehungspartner und keine höhere Gewalt sind dafür verantwortlich. Nur Sie allein.
Sie haben es in der Hand.
Nun geht es auch nicht darum, sich selbst zu beschummeln. Nach dem Motto „Ich bin der Größte“ oder „Heute wird alles perfekt laufen“. Schreiben Sie, was wahr ist. Sagen sie, was Sie annehmen können. Finden Sie nach und nach Ihre ganz persönlichen Wünsche und Sätze.
(Beispiele gefällig?
Ich möchte heute folgendes Erfreuliches erleben…
Für diesen Termin habe ich mich bestmöglich vorbereitet.
Ich will, dass dies ein genussreicher Tag wird.
Offenen, kreativen Menschen werde ich begegnen.)
Arbeit an Ihrer Ausstrahlung
Diese Art, sich selbst wahrzunehmen, sich selbst hilfreich zu beeinflussen oder eine kraftvolle Rolle zu finden ist Teil meiner Coachingarbeit. Ich lade Sie ein, zu prüfen, ob bei dem von mir angebotenen Werkzeugkasten für Sie etwas dabei ist.
Jeder braucht etwas anderes. Deshalb sind in meiner Schatzkiste mehrere verschiedene Ideen, Anwendungen und Methoden.
Meine Erfahrung aus 13 Jahren Training in über 1500 Seminar- und Coachingstunden mit über 1000 Teilnehmern zeigt: Es gibt einen Bedarf für jeden Menschen an Grundlagen. Diese bilden das Fundament meiner Seminare und Coachings. Sinnvolle Vorbereitung, motivierte innere und körperliche Haltung, kraftspendende Atmung und klares, sympathisches Sprechen.
Innerhalb der persönlichen Vorbereitung entdecken Sie die Sätze, die Sie auf Ihrer Stirn oder in Ihrem Herzen leuchten lassen wollen.
Das werden die Menschen um Sie herum sehen und darauf reagieren.
Ich wünsche Ihnen Mut auf dieser Entdeckungsreise zu sich selbst, Geduld bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Freude und Erfolg bei Ihrer nächsten Veranstaltung.
Ich freue mich von Ihnen zu hören und darauf, Sie im Einzelcoaching und beim nächsten Seminar zu sehen!
Herzliche Grüße
Arndt Schwichtenberg
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RUNDschreiben. März 2009
Herzliche Einladung zum neuesten Seminar:
„Raus aus der Komfortzone!“
Stichworte: Querdenken, über den Tellerrand gucken, Globalisierung, Verantwortung, Wissen vs. Unwissen
Inhalte: Komfortzone kann bedeuten: bequem, kuschelig, für sich sein… Da raus zu gehen kann das Gegenteil bedeuten. Und…
Denken, lesen, informieren, recherchieren, Fragen stellen, weitersagen. Bestimmung der eigenen Prioritäten: Was ist wichtig in meinem Leben? Was tue ich in meinem Leben? Essen, einkaufen, arbeiten, fernsehen, lieben, schlafen, lachen, essen, zur Bank gehen, essen, einkaufen … usw.
Aber was einkaufen? Bei welcher Bank das Geld abgeben? Worauf schlafen? Und wo und womit die Freizeit genießen?
Ort: Hier
Datum: Jetzt. Es eben begonnen.
Dauer: Bestimmen Sie!
Nutzen: Selbstschulung, Beweglichkeit, Wachheit, Weitblick, Herzklopfen, Menschlichkeit, Freude, Mut entdecken. Selbstbewusstsein und Nutzung der Sprechwerkzeuge
Referent: Sie selbst
Investition: Zeit und Mut
Teilnahme empfohlen für Menschen, deren Grundbedürfnisse wie Arbeit, Wohnung, Essen, Schlaf und Wohlergehen erfüllt sind. Die weitgehend mit sich selbst, Ihrem Partner, Ihrer Familie und Freunden und der nahen und weiteren Welt im Reinen sind. Menschen, die die Nerven, den Kopf und das Herz frei haben, den Blick auf die abstoßenden Seiten des Kapitalismus zu werfen.
Medien: Bücher, Filme, Internet
Fragen Sie nun: Und was hat das mit Stimmtraining, Rhetorik und dem Schwichtenberg zu tun?
Wir sind alle Menschen; wir begegnen uns. In meinen Seminaren, auf der Straße, im Internet, auf dieser ganzen Welt. Ich habe mit Ihnen zu tun. Ich übe Menschlichkeit, auch mit Ihnen. Ich übe Kommunikation, auch mit Ihnen. Wir alle haben Grundbedürfnisse. Essen, leben, Freiheit. Hier ist alles schön. Wir leben sicher, sind versorgt. So sieht es im Rampenlicht aus. Und hinter den Kulissen? Wer zieht die Fäden? Stichwort Lobbyismus, Profitgier, Abstraktion: die linke Hand weiß nicht mehr, was die rechte tut. („Das Wasser kommt aus dem Hahn. Das Huhn kommt aus dem Supermarkt.“) Will es auch gar nicht wissen. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ „So lange es mir nicht am Hintern brennt, werde ich nicht aktiv.“ Zu krass? Prüfen Sie es bitte für sich selbst! Ab hier wird es nämlich unbequem in der Komfortzone.
Stimme: Erheben wir unsere Stimme, üben wir Kommunikation. Mit unseren Nächsten, Liebsten. Ist alles geklärt? Dann könnten wir unseren Blick weiter schweifen lassen. Mein nahes Umfeld, meine Stadt mein Land, mein Kontinent, meine Welt…
Rhetorik: Wenn wir das nächste Mal über etwas sprechen, das uns am Herzen liegt, können wir üben, dies deutlich, kraftvoll und freundlich zu tun. Dann entsteht fruchtbare Kommunikation. Das sind Themen meiner Arbeit.
Schwichtenberg: Was geht mich das an? Ich habe grad meiner Tochter zum Geburtstag einen Gutschein von H & M geschenkt. Meine Hausbank war die Dresdner Bank, ich hatte Caro-Kaffee von Nestlé auf dem Tisch, nehme Medizin von… fahre ein Auto von… kaufe mein Essen bei…
(Die genannten Firmen werden im u.g. Buch auf folgenden Seiten behandelt: H & M Seite 312, Dresdner Bank (Allianz Gruppe) Seite 300, Nestlé Seite 334, sowie stellvertretend 49 weitere unserer Lieblingsmarken. Sie haben alle nachweislich Dreck am Stecken.)
Hintergrund: Bei mir bildet sich ein Pool von Informationen. Vor ca. zwei Jahren habe ich den Spielfilm „Lord of War“ (USA 2005, Buch und Regie: Andrew Niccol) gesehen. Vor zwei Wochen „The International“ (USA/D 2009, Regie: Tom Tykwer). Vor einigen Monaten den Dokumentarfilm „Let’s make Money“ (Ö 2008, Buch und Regie: Erwin Wagenhofer). Jetzt lese ich „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen“ (Werner/Weiss, ullstein). Und alles hat scheinbar miteinander und mit meinem Leben zu tun.
In „Lord of War“ spielt Nicolas Cage einen int. Waffenhändler. Clive Owen verfolgt in „The International“ die Verflechtungen einer belgischen Bank mit int. Waffenhandel. Wenn ich mir vorstelle, dass von diesen fiktiven Actionfilmen auch nur 0,1% von wahr ist, wird mir übel. Wikipedia gibt an, das „Lord of War“ reale Waffenhändler und Verkaufspraktiken als Vorbild hat.
Ganz anders wurde mir dann auch bei der Doku „Let’s make Money“. Ausgehend von dem Werbeslogan „Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten“ hat sich der Autor Wagenhofer jahrelang aufgemacht und an verschiedenen Schauplätzen der Welt mit unterschiedlichsten Interviewpartnern die gewaltigen globalen Finanzströme untersucht. Es ist ein zweistündiger Ausschnitt geworden. Doch dieser Film ist aufrüttelnd! Durch seine geographische Nähe (Österreich, Spanien, Großbritannien, USA, Indien u.a.), seine eindringlichen Bilder von den Allerreichsten und den Allerärmsten (immer wieder schwer arbeitende Kinder) sowie den kontroversen, teils perversen Aussagen der Menschen!
Der praktische Teil des Seminars: Wenn Sie Zeit und Gelassenheit haben, recherchieren Sie selber. Sehen Sie, wenn Sie wollen, nach und nach diese drei Filme an („The International“, u.a. mit Naomi Watts und Armin Müller-Stahl, ist zudem ein gut gespielter und gut gemachter, spannender Actionthriller, wer so etwas mag) und lesen Sie das Buch. Bilden Sie sich eine Meinung. Sprechen Sie mit anderen darüber, verbreiten Sie es. Alle weiteren Ideen werden sich im Laufe der Zeit daraus ergeben.
Buchempfehlung: „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen“, Klaus Werner/Hans Weiss, ullstein Tb. 4. Auflage 2008, 411 S., 9,95 €, ISBN 3548368476
Website der Autoren: markenfirmen.com
Rückentext: Dieses Buch wird Sie wütend machen! Unsere beliebtesten Marken gründen Ihre Profite auf Ausbeutung, Kinderarbeit, Krieg und Umweltzerstörung. Das neue Schwarzbuch Markenfirmen deckt die skrupellosen Machenschaften der großen Konzerne auf – und zeigt zugleich, welche Macht jeder Einzelne von uns hat, korrupte Regierungen und Multis zu einer menschenfreundlicheren Politik zu zwingen. Das Standartwerk für den kritischen Konsumenten!
„Das Buch attackiert die Konzerne an ihrer empfindlichsten Stelle: ihrem Ruf.“ Der Spiegel
Mein Kommentar: Das Buch ist gefüllt mit den schauerlichsten Berichten und Vorwürfen, was unsere Lieblingsfirmen, Lobbyisten, Institutionen und Regierungen in der Welt an Menschen, immer wieder speziell an Kindern, und der Natur für einen Schaden anrichten oder aus Profitgier schweigend zulassen. Alles wird belegt mit Zitaten, Infos, Quellenangaben, Websites, Post-Adressen, Ansprechpartnern und konkreten Tipps, was wir, ich und Du, tun können.
Was wir tun können:
+ Fragen stellen, recherchieren, mit anderen darüber reden, Infos: transfair.org, gepa.de, fairtrade.de u.v.a.
+ bewusster konsumieren, leben und essen
+ Den Konzernen, Institutionen, Pressesprechern, Geschäftsführern schreiben, mailen, anrufen
+ Im Biomarkt kaufen und auch wieder darauf achten was von wem
+ die Praktiken und Partner meiner Bank und Aktienfonds hinterfragen
+ von regionalen Anbietern kaufen
+ Auf das transfair/fairtrade-Siegel achten
+ über Ökostrom und –Gas informieren und bestellen
+ Weniger Wasser und Benzin verbrauchen, mehr Fahrrad fahren.
Ich wünsche uns viel Freude beim Menschsein auf dieser Erde!
Mit herzlichen Grüßen
Arndt Schwichtenberg